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Knüt der Zivi
 
Muster einer Verweigerung von Daniel P.

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Begründung des Antrags auf Kriegsdienstverweigerung

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer zu beantragen, da ich den Dienst an der Waffe in keiner Weise mit meinem Gewissen vereinbaren kann.

Meine Entscheidung den Kriegsdienst zu verweigern beruht auf meiner Abneigung gegen Gewalt.

Aufgrund meiner christlichen Erziehung und der pazifistischen Einstellung meiner Eltern habe ich allergrößte Achtung vor dem Recht eines jeden Menschen auf Leben und Menschenwürde. Als Soldat könnte ich jedoch in eine Situation geraten, in der ich diese Grundrechte eines Menschen missachten müsste. Schon den Gedanken einen Menschen töten oder verletzen zu müssen, kann ich nicht ertragen. Niemand könnte mich von dieser Schuld jemals befreien, auch wenn ich juristisch richtig gehandelt haben sollte.
Meine Eltern haben mir immer erklärt dass ein aggressives und vorsätzlich tötendes Verhalten nur abzulehnen ist. In meiner Familie ist es oberstes Prinzip, Konflikte friedlich zu lösen.

Meine Entscheidung ist das Ergebnis eines seit vielen Jahren andauernden Prozesses der Erziehung und Gewissensbildung. Nicht nur von anderen übermittelte Werte, auch eigene Erfahrungen bestärkten mich in meiner Überzeugung und dem Glauben an die Gewaltlosigkeit.

Gerade das aktuelle Weltgeschehen führt mir in krasser Form vor Augen, dass kriegerische Auseinandersetzungen meist Tod, Vernichtung und Vertreibung mit sich bringen. Bei solchen Auseinandersetzungen aktiv mitzuwirken könnte ich vor meinem Gewissen keinesfalls verantworten.

Es existiert für mich kein Grund, der Gewalt in jedweder Form rechtfertigt. Gewalt führt ausschließlich zu Gegengewalt und verursacht Leid. Ich lehne jeden Waffengebrauch ab, da die Tötung eines Menschen gegen meine religiösen Grundsätze verstößt und für mich ein unmenschliches Verhalten darstellt.

Ich möchte noch bemerken, dass ich mich durch meine Verweigerung des Kriegsdienstes weder verantwortungslos noch unloyal oder unsolidarisch gegenüber Gesellschaft und Staat sehe, sondern lediglich meine Energie sozialen Aufgaben widmen werde, um anderen Menschen zu helfen. Diese Arbeit ist in meinen Augen eine mindestens ebenbürtige Leistung dem Staat gegenüber.

Ich bitte Sie, aufgrund der Darlegung meiner Beweggründe, meine Gewissensentscheidung, den Dienst an der Waffe zu Verweigern, zu akzeptieren und meinen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung nach Artikel 4, Absatz 3, Satz 1 des Grundgesetzes anzuerkennen.
Natürlich kenne ich die Pflichten, die ich meinem Land schuldig bin und möchte daher meinen Dienst am Staat durch soziales Engagement beim Zivildienst leisten.

Mit freundlichen Grüßen,


Daniel P.


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