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Muster Verweigerung
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Hiermit möchte ich mich auf § 4, Absatz 3 GG berufen und aus Gewissensgründen den Wehrdienst verweigern.
Ich lege Ihnen gerne meine Gründe nahe, die mich nach langem Überlegen, dazu bewogen haben, meinen Wehrdienst zu verweigern.
In der Geschichte meiner Familie spielt Krieg, und somit auch die Bundeswehr, eine negative Rolle. Ein großer Teil meiner Familie stammt aus dem damaligen Preußen und wurde im Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertrieben. Damals spielten sich traurige Szenarien im Zusammenhang mit meiner Familie ab. Viele meiner Verwandten fielen als Soldaten im Krieg oder fielen als Zivilisten den Russen zum Opfer, als sie sich gerade auf der Flucht befanden. Ich erfuhr schon als kleines Kind von diesem Leid, durch Erzählungen meiner Urgroßmutter, Großvater oder anderen Verwandten, die diese Zeit überlebten. Schon in meiner jugendlichen Entwicklungen nahmen mich diese Schicksale von Verwandten sehr mit und ich neige seit her zu einer pazifistischen Einstellung.
Die Geschichte meiner Vorfahren prägte nicht nur mich, sondern auch meine Eltern und ihre Erziehung. Ich wurde religiös und mit einer Abneigung zu Krieg, Waffen und sonstiger Gewalt erzogen. Schon im Kindesalter vertrat ich die Ansicht, dass ein Menschenleben durch nichts zu ersetzen sei und niemals auf unnatürliche Weise ausgelöscht werden darf.
Mein Glaube an Gott und meine religiöse Einstellung zu diesem Thema unterstützt mich in meiner Einstellung. In der Bibel wird das Leben als höchstes Gut gepriesen und gerade im neuen Testament wird betont wie wichtig es ist, das Leben zu ehren. Ich könnte mir nicht vorstellen als Soldat, mit einer Waffe in der Hand, das Leben zu Ehren. Denn ich kann den Gedanken daran eine Waffe in der Hand zu halten, nicht mit meiner religiösen Einstellung verbinden. Ich kann mir nicht vorstellen jemals Leben auszulöschen und auf Befehl zu töten. Ich bin der Meinung, dass die Missachtung von Befehlen bei der Bundeswehr Kameraden unter Umständen sogar in Lebensgefahr bringen kann. Daher ist es wichtig diese zu befolgen, allerdings sehe ich mich in solchen Situationen nicht in der Lage dafür.
Ich möchte daher diese 9 Monate dafür investieren anderen Menschen Gutes zu tun. Schon immer habe ich anderen Menschen meine Hilfe angeboten, wo es mir möglich war. Und nun habe ich die Möglichkeit meine Kräfte sehr intensiv für hilfebedürftige Menschen aufzubringen, worüber ich mich sehr freue. Ich denke der Zivildienst ist für mich die bessere Alternative zur Wehrpflicht. Ansonsten wäre es mir nicht möglich den Dienst an der Waffe mit meinen Gewissen, meiner Erziehung und meiner gesamten Einstellung zu vereinbaren. Ich fühle mich gegenüber meiner Familie, ihrer Geschichte und dem vielen Leid, welches sie erleben musste, verpflichtet den Zivildienst anzutreten und den Menschen, die meine Hilfe benötigen zu helfen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen meine Gründe für eine Kriegsdienstverweigerung ausreichend und zu Ihrer Zufriedenheit nahe legen.
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