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    • CommentAuthorBayhou
    • CommentTimeOct 10th 2010
     
    Hallo an alle.
    Ich habe leider einen Fehler gemacht und habe mich einziehen lassen. Jetzt will ich das rückgängig machen und einen KDV-Antrag stellen.
    Ich würde euch bitten euch meine Begründung durchzulesen und mir Verbesserungsvorschläge zu geben.
    Im Voraus danke.


    Darlegung der Beweggründe meiner Gewissensentscheidung zur Kriegsdienstverweigerung:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    nach reichlicher Überlegung habe ich mich entschlossen die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer zu beantragen, da ich den Dienst an der Waffe in keiner Weise mit meinem Gewissen vereinbaren kann.

    Meine Entscheidung den Kriegsdienst zu verweigern beruht auf meiner Abneigung gegen Gewalt.

    Schon in meiner frühen Kindheit haben meine Eltern und meine Mitmenschen mir vermittelt dass, man niemals Gewalt anwenden darf und mich Respekt und Achtung vor dem menschlichen Leben gelehrt.
    Diese mir anerzogene Grundhaltung habe ich mein Leben lang beibehalten und bin Gewaltgeladenen Situationen immer aus dem Weg gegangen. Ich kann meinem Gegner keinen Hass entgegenbringen, sondern muss Verständnis für ihn aufbringen, nur so kann ich ihn davon abbringen, Gewalt anzuwenden.
    Alleine den Gedanke jemanden zu verletzen, geschweige denn zu töten, kann ich nicht ertragen und blockiert mich so sehr dass, ich nicht Imstande bin mich mit Gewalt zu verteidigen, den Niemand könnte mich von dieser Schuld jemals befreien, auch wenn ich juristisch richtig gehandelt haben sollte.

    Daher glaube ich Krieg ist ein Verbrechen gegen das Leben und missbraucht den Menschen als Mittel für politische und ökonomische Zwecke. Daher bin ich fest entschlossen, getrieben von starker Liebe zur Menschheit, keine Art von Krieg, weder Angriffskrieg noch Verteidigungskrieg, zu unterstützen.

    Durch den Geschichtsunterricht und die Massenmedien wurde ich über Kriege informiert dies, hat mich zur Erkenntnis gebracht, das historisch betrachtet, Krieg von der Antike bis zum heutigen Tage ein Produkt des menschlichen Machtstrebens ist und dass, durch jeden Krieg eine erschreckende Verwüstung und die Vernichtung aller Freiheit eintrat, wobei gerade der Zweite Weltkrieg ein sehr extremes Beispiel dafür ist.

    Krieg ist an sich schon ein elementarer Eingriff in die Menschenrechte, und trotzdem genau diese
    Rechte damit verteidigen zu wollen, erscheint mir moralisch höchst fragwürdig oder gar paradox.
    Es existiert für mich kein Grund, der Gewalt in jedweder Form rechtfertigt. Gewalt führt ausschließlich zu Gegengewalt und verursacht Leid. Ich lehne jeden Waffengebrauch ab, da die Tötung eines Menschen gegen meine ethnischen Grundsätze verstößt und für mich ein unmenschliches Verhalten darstellt.

    Meine Vorstellung von einer ‘guten’ Welt, nach der es sich lohnt zu streben, sieht das friedliche
    Zusammenleben aller Völker vor. Jeder Mensch, egal welcher Herkunft, welchen Glaubens, welcher
    Hautfarbe, hat das gleiche Recht zu leben. Meiner Meinung nach ist jede Nation ein Teil der großen Familie der Menschheit. Kriege sind in meinen Augen das Schlimmste, was der
    Mensch je geschaffen hat, Waffen sind für mich Kennzeichen und Symbole der sinnlosen Vernichtung
    und des sinnlosen Leidens.

    Zum Zeitpunkt meiner Musterung habe ich meine Ausbildung begonnen, da diese für mich sehr stressig und mit großen Anstrengungen verbunden war, konzentrierte ich mich voll und ganz auf diese und auch danach ist mir der Gedanke an die Bundeswehr nicht in den Sinn gekommen. Erst mit dem Beginn der Grundausbildung, in der in Form des Unterrichts die Waffenanwendung erwähnt wurde, bin ich mir meines Fehlers bewusst geworden und empfinde seit dem, durch meine pazifistische Einstellung, ein sehr großes Unwohlsein.

    Ich bitte Sie, aufgrund der Darlegung meiner Beweggründe, meine Gewissensentscheidung, den Dienst an der Waffe zu Verweigern, zu akzeptieren und meinen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung nach Artikel 4, Absatz 3, Satz 1 des Grundgesetzes anzuerkennen.
    Natürlich kenne ich die Pflichten, die ich meinem Land schuldig bin und möchte daher meinen Dienst am Staat durch soziales Engagement beim Zivildienst leisten.

    Mit friedlichen Grüßen