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    • CommentAuthorMarc
    • CommentTimeSep 16th 2007
     
    Hallo zusammen!

    Vor 2 Wochen habe ich meinen Zivildienst in einem Altemheim im haustechnischen Dienst angetreten. Leider verläuft nicht alles ganz so, wie ich es erwartet habe und ich wollte mich erkundigen, ob ich alles hinnehmen muss oder eine Chance habe mich zu wehren.

    1. Arbeitszeiten

    Bei meinem Vorstellungsgespräch wurde mir gesagt, dass ich 7,5 Stunden(+30 min Pause) in verschiedenen Schichten arbeiten müsste. Zusätzlich jeden dritten Samstag und bei Vorbereitungen für Feste, die einmal im Monat stattfinden. Über Arbeit an Feiertagen wurde nicht gesprochen.

    Während die Zeiten unter der Woche auch soweit richtig waren, sind in Wirklichkeit meine Arbeitszeiten am Wochenende doch etwas anders, als mir angekündigt wurde: Jede zweite Woche sowohl Samstags, als auch Sonntags muss ich von 18.45-20.45 Uhr arbeiten. Dazu abwechselnd mit einem anderen Zivi(Dienstantritt am Montag) abwechselnd an den Feiertag. Also z.b entweder an Weihnachten oder Silvester.

    Die Arbeitszeiten für die Hausmeister sehen so ähnlich aus, allerdings zu anderen (wie ich finde) deutlich günstigeren Zeiten. Da diese zwei Stunden sehr stressig sind(dazu noch später mehr) bin ich danach ziemlich fertig gewesen und das Wochenende ist für mich quasi gelaufen.

    Muss ich es hinnehmen, dass ich jedes zweite Wochenende und an Feiertagen arbeiten muss, obwohl ich zu Beginn andere bwz. keine Informationen dazu bekommen habe?

    2. Tätigkeitsbereiche

    Mit mir zusammen arbeiten einige 400€ Jober. Meine Aufgaben sind quasi identisch ihren. Dazu kommen bei mir noch kleine Reperaturen und Transportdienste. Unter der Woche ist dies kein Problem, allerdings darf ich die Aufgaben, die unter der Woche dann von 2-3 Personen erledigt werden am Wochenende alleine verrichten.

    In meinen 2 Stunden Arbeitszeiten muss z.b Sonntags vollgendes erledigen: Küchenmüll entsorgen, Aschenbecher leeren, Müll und Wäsche für 11 Stationen abholen und entsorgen, Essenswagen fahren, 4 Mülltonen nach draußen stellen(die teilweise durchs ganze Gebäude transportiert werden müssen), Stühle stellen, Schließgang. Für mich bedeutet das ca. 2-2,5 Stunden durch die Gänge zu hetzen. Während dieser Zeit bin ich auch der einzige aus dem haustechnischen Dienst, der anwesend ist. Ich hatte den Zivildienst eigentlich so verstanden, dass ich "zusätzkliche" Arbeitskraft sein sollte. Am Wochenende gingegen fühle ich mich nun wie die billigste Arbeitskraft, die für die Leitung nur irgendwie zu bekommen ist und darf Arbeit verrichten für man auch locker noch jemand zusätzlich gebrauchen könnte.

    Ist es normal, dass ich Arbeit in dieser Form und Zeit alleine verrichten muss und ich sollte einfach die Zähne zusammenbeißen und alles geben oder kann man das schon als "Ausbeutung" ansehen?

    3. Essen

    Als Altenheim wird mir natürlich Essen angeboten. Leider ist dies nur ziemlich unter aller Sau ( eine Aussgae, die von allen Mitarbeiten stammt). Nicht nur, dass der Geschmack irgendwo zwischen geschmacklos und widerlich liegt, auch die Qualität des Essens ist sehr niedrig. Magenverstimmungen, DUrchfall und sonstiges tretten öfters auf. In meiner ersten Woche durfte ich direkt mal verbrante und vor Fett triefende Reibekuchen genießen. Die Folge für mich ist, dass ich so manches mal schon beim Anblick des Essens in die Imbissbude nebenan flüchte. Leider weigert sich mein Arbeitsgeber mir das Essensgeld auszubezahlen, sodass ich das Essen, dass ich nichtmal zu mir nehme auch noch bezahlen muss.

    Ist mein Arbeitsgeber im Recht und ich muss weiterhin das eh schon bescheidene Gehalt auf die Art weiter reduzieren lassen?

    4. Essensgeld

    Durch die unterschiedlichen Schichten nehme ich abwechselnd kein Frühstück oder kein Abendessen ein, da ich zu diesen Zeiten keinen Dienst habe. Am Wochenende sowieso nicht. Trotzdem hat man mir ein Verpfelungsgeld von 0 € angerechnet. Ein Hausmeister erkläre mir mit ironischem Unterton es würde mich ja niemand davon abhalten 3 Stunden vor Schichtbeginn zum Frühstück zu erscheinen.

    Auch hier wieder die Frage, ob ich auf das Geld verzichten muss nur weil das Essen mir theretisch zu Verfügung stehen würde.

    Uff, damit hätte ich alle Fragen gestellt. Vielen Dank im Vorraus an alle, die sich durch diese textflut durchgekämpft haben. Ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt, sodass ich der Personalverwaltung nicht gänzlich unwissend gegenübertreten muss

    Grüße

    Marc
    • CommentAuthorMichael Schöffler
    • CommentTimeSep 16th 2007
     
    Zu den Arbeitszeiten, richtig finde ich es nicht, dass man dir im Vorstellungsgespräch von anderen Arbeitszeiten erzählt hat. Doch da die Faustregel ist soviel zu arbeiten wie die hauptamtlichen Mitarbeiter, ist das eigentlich in Ordnung. Dass sie zu besseren Zeiten arbeiten ist eben (unzufälliges) Glück. Solange da deine Dienststelle nicht bereit ist Schichten der gesamten Arbeiter zu tauschen oder so, wird man da wohl nichts machen können.

    Zu den Tätigkeitsbereichen kann ich eigentlich nur sagen, wenn es dir zuviel ist, dann mache einfach langsamer. Nur weil die Dienststellen eine Tätigkeit unterbesetzen, heißt das ja nicht dass man dann für 2 arbeiten muss.

    Zum Essen, also ja du solltest eigentlich am Essen teilnehmen. Eine ähnliche Frage wurde erst vor kurzem gestellt und da war ich mir nicht zu 100% sicher. Normalerweise solltest du den einfachen Satz des Verpflegungsgeldes bekommen wenn du von einem Essen fernbleibst. Das war zu meiner Zeit als Zivi an meiner Dienststelle so (muss aber nicht heißen, dass es auch legitim ist).

    Das mit dem Verpflegungsgeld für die Mahlzeiten vor Dienstbeginn ist nicht in Ordnung. Deine Dienststelle sollte dir aufjedenfall den doppelten Satz der Verpflegungsmahlzeit ausbezahlen. Sollte dies deine Dienststelle nicht einsehen, dann würde ich mal dem Reginalbetreuer eine eMail schreiben oder anrufen. Es ist nicht gerade selten, dass Zivis weniger Geld bekommen als ihnen eigentlich zusteht.
    • CommentAuthorMarc
    • CommentTimeSep 19th 2007
     
    Erstmal vielen Dank für die Antwort. Schade, dass ich in vielen Punkten wohl keine Chance habe mich gegen die in meinen Augen Ungerechtigkeiten zu wehren. Langsamer zu arbeiten am Wochenende drüfte wohl keine Aternativ sein. Werden die Aufgaben gar nicht erledigt, würde es innerhalb des Altenheims wohl große Probleme geben. In einigen Punkten würden dann letzendlich vor allem auch die Bewohner leiden, die für die Sitatuion am allerwenigsten etwas können.

    Der Punkt, indem ich aber nicht kampflos aufgeben möchte ist das Essensgeld. Zwar zahlt man mir nur das Essen außerhalb meiner Schichten im einfachen Satz aus(Frühsich: Abendessen einfacher Satz; Spätschicht: Früstück einfacher Satz), aber ich muss trotzdem für Essen bezahlen, dass ich nicht zu mir nehme. Nachdem ich meine Wünsche noch einmal geäußert habe, hat die Verwaltung mir erklärt, dass ich unverschämt sei und sollte ich weiterhin solche Forderungen stellen würde man versuchen mir Geld für die Fahrkarte zu streichen und das Heimschlafrecht zu entziehen. Daher direkt meine neue Frage, ob dies überhaupt einfach so (ohne ordentlich Begründung) möglich ist.

    Nach diesem Gespräch habe mich mich dann direkt an die Heimleistung gewand. Da hat man meinen Argumenten zwar wenigstens zugehört, aber es scheint so, als würde ich das Essensgeld nicht ausgetahlt bekommen. DIe Kurzantwort lautet "intere Regelung", die ausführliche werde ich morgen bekommen. Ich habe nun gerüchteweise aufgeschnappt, dass mein Sold komplett vom Staat kommt. Dies würde dann logischerweise auch bedeuten, dass das Altenheim durch micht quasi noch Gewinn machen würde( Das Essen, dass ich pro Tag einnehme ist defintiv keine 5-6€ Wert. Meine Überlegung war, dass ich mich in dem Fall ja auch direkt an die BAz wenden könnte.

    Da ich mir bei all dem aber nicht sicher bin, würde es mir sehr weterhelfen, wenn du mir diese Theorie bestätigen könntest oder mir sagen könntet, wie es nun wirklich abläuft.

    MfG

    Marc
    • CommentAuthorMichael Schöffler
    • CommentTimeSep 19th 2007
     
    Soweit mir bekannt, ist es richtig dass dein Sold vom Staat bezahlt wird. Aber ich glaube ein Plus machen sie dadurch nicht, da sie ja nur soviel bekommen, wie sie an dich weitergeben. <- Vermutung, hab mich noch nie richtig mit der Finanzierung des Zivildienstes beschäftigt.

    Ansonsten finde ich deine Dienststelle recht merkwürdig, wenn ich so lese was du erzählst. Also ich würde zumindest mal dem Regionalbetreuer eine eMail schreiben und ihm erzählen was bei dir so läuft. So subjektiv würde ich mal sagen deine Dienststelle gehört in die Kategorie "Sollte überprüft werden".

    Falls du dem Regionalbetreuer mal schreiben möchtest, aber nicht seine Kontaktdaten weißt, dann sag mir einfach deine PLZ. Dann suche ich kurz die Kontaktdaten raus.